Tils Reiseblog

Mallorca ?

Wir sind viel gereist und als "düütscher" landet(e) man immer wieder vor der Frage: "waaste auch scho ma uff Majjookaa ?" - Ich persönlich konnte dieser Frage immer gut ausweichen weil: neee !!! :-)

Nun - das hat sich dieses Jahr geändert. Anlässlich der wunderbaren Einrichtung "unserer" Wandergruppe der "Löwen" mit bis zu 20 Teilnehmenden, die sich jährlich zweimal ( Sommer & Winter ) treffen und des diesjährigen 20-igsten Jubiläums wurde entschieden: Malle soll es sein !

So landete ich mit Doro dieses Jahr im Oktober das erste Mal auf dem 17. Bundesland Deutschlands und wurde entgegen vieler Aussagen " Mallorca hat ja so viele schöne ruhige Ecken..." und "...mann muss sich eben von dem Massentouristischen Ecken fern halten" vom Gegenteil überzeugt.

Mag sein das es "ruhig" erscheint, wenn man aus Berlin, Hamburg, München oder anderen Ballungsgebieten anreist... aber, wir die im Engadin leben... mich hat es weg gebeamt... nicht nur das der Mietwagenbuchungsprozess, die ganzen Papiere ( incl. Kopie Reisepass - man wunderts, das die keinen Strafregisterauszug abfragen... ) die der Vermieter der Finca abfragt - schon bevor die verk....e Reise losgeht, einen total nerven - nein auch bei der Ankunft auf "PMI" (Flughafen Palma de Mallorca nach dem IATA-Code) denkt man: bin ich hier auf dem Oktoberfescht gelandet ? - nach gefühlten 3 Km laufen vom Gangway bis zur Gepäckausgabe, kann ich mich glücklich schätzen das wir zu zweit sind, denn die Schlange vor dem Rental-Car Schalter ist schon jetzt so lang, das es mehr als 1,5 Stunden dauert bis man dran kommt - nicht ganz gar so lang dauerts mit der Gepäckausgabe. - Aber ist ja kurzweilig, weil es genug besoffene Engländer und Deutsche anzusehen gibt, schreiende Kinder dazwischen, genervte Väter und Mütter und verzweifelte Rentner - eine schöne Menge gestresster, unzufriedener, schwitzender und müder, vollkommen erschöpfter Urlauber - Willkommen im Paradies !

Nun nach etwa zwei Stunden generve am Flughafen, geht es dann vergnügt im genau überprüften Mietwagen ( man könnte ja zur Verantwortung gezogen werden für die diversen Macken, die am fast neuen Fahrzeug schon durch vorherige Volltrottel-Fahrer eingedengellt wurden ) Richtung Inca, bzw Lloseta - dort wo wir eine Finca für etwa 18 Personen angemietet haben. - Hübsch anzusehen von aussen und nach dem eintreten weht schon der Eindruck entgegen: "hab das olle Teil geerbt und keinen-Bock-mehr-mich-um-den-Kram-zu-kümmern" ... das Objekt wurde vor ca. 20 Jahren mal mit eigentlich gar nicht schlechter Ausstattung eingerichtet, aber seitdem hat der jetzige Inhaber, aber auch rein gar nichts gemacht, ausser in die ursprünglich gar nicht so geschmacklosen Lampen die billigsten Energiespar-Leuchtmittel rein zu drehen - so das damit die Lampen selbst zu skurilen Leucht-Objekten verkommen sind.- Und das nicht nur einmal, nein überall. ( abgesehen von vielen die gar nicht gehen - nach dem Motto: seid gefälligst froh, das es überhaupt Licht gibt in der dunklen Hütte ! :-))

Immerhin: der Pool ist sauber - keine Frösche und das naturbelassene Wasser erfrischt in seiner Ungeheiztheit im Oktober :-)

Auf gehts zum Wandern - Richtung Sant Elm von dort über den Bergrücken oberhalb von Torre de Cala en Basset Richtung Klosterruine La Trapa. Ein hübscher Weg, etwas geröllig und mit wunderbaren Aussichten auf die gegenüberliegende Insel Sa Dragonera. Im Grunde genommen ein wirklich hübscher Weg, doch alle 5 Minuten begegnen einem Gruppen zwischen 5 - 10 Wanderern, oft mit sehr leichter Ausrüstung, Slipper - man wundert sich, das niemand mit Flip-Flops läuft ;-) So kommt es das wir am schwierigsten Punkt der Wanderung nach etwa 400 Höhenmetern über geröllige, schmale und steile Wanderwege, ein britisches Pärchen in den end 60ern treffen. Die an der schwierigsten Stelle am Schluss nahezu scheitern, da ein ehemals befestigtes Seil eines Klettersteigs fehlt... Leider auch hier - schlechtes Schuhwerk, leichtes Kleidchen, untrainiert, nicht wirklich bergtauglich - sorry... also mit viel Geduld und zureden schaffen es die beiden doch nach etwa einer halben Stunde die letzten 20 Meter zu meistern. Danach grosse Erleichterung und ein herzliches dankeschön für die (moralische) Unterstützung. - Alles wieder gut, aber man fragt sich: wie oft am Tag dort das wohl vorkommt - oder Schlimmeres ?

Nun - weiter - die Klosterruine ist für uns nicht ganz so interessant, deshalb wählen wir den Rückweg auf der Strasse die dort hin führt, den auf dem selben Weg zurück zu gehen den wir gekommen sind, gleicht Selbstmord, obwohl wir gutes Schuhwerk anhaben. Nach der etwa 5 - stündigen Wanderung kommen wir glücklich wieder in Sant Elm an und springen noch ins Meer, bevor wir wieder "Heim" fahren, da uns die sehr touristischen Restaurants nicht wirklich betören.

In den folgen Tagen machen wir noch ein paar weitere Wandererfahrungen, die zum Teil landschaftlich wirklich schön sind, doch auch hier ist eine allgegenwärtige Unruhe präsent, weil die Insel eben für unsere Verhältnisse "vollgepropft" ist. Leider haben wir auch ein wenig Pech mit dem Wetter in diesem Oktober: 3 von 6 Tagen die wir in dieser Woche dort verbringen sind so verregnet, das Beschäftigungen im freien keinen Sinn machen: das kann man der Insel schliesslich nicht vorwerfen ;-) - Doch von dem Vermieter der Finka, die für "solches" Wetter überhaupt nicht ausgelegt ist - sehr feucht und ungemütlich wird und das für einen Preis von ca. EUR 4'000,- die Woche, könnte man etwas mehr erwarten...

Fazit: Da fahren genug Leute hin, nur weils eben populär ist. Social Media oder sonstiger Populismus hat uns noch nie "angefixt" - die Woche hat uns nur wieder gelehrt: Finger weg von Massentouristischen Zielen - teuer - verbraucht - überfüllt - überstrapaziert. Wir Wandern das nächste mal lieber wieder in den Vogesen oder Jura oder oder oder...

 

 

 

E-Biken im Unterengadin für Anfänger

Allegra, grüezi, ciao und hallo Miteinander !Wir - Dorothea und Til sind verhältnismässig unsportlich, MapScuol Tamangurgehen vielleicht ein- zwei mal die Woche für eine Stunde spazieren und/oder schwimmen und fahren mit unseren normalen Velos ein wenig in unserem Wohnsitz Sent Besorgungen machen.

Somit kann man durchaus sagen:Wir sind absolute Anfänger und/oder Einsteiger was das Mountainbiken angeht und nicht sonderlich trainiert.

Zeitbedingt schaffen wir es leider nur zwei oder drei mal in der Sommersaison umfangreichere Touren zu laufen - so wie die beliebten im Unterengadin: zur Lischana oder Sesvenna Hütte, zum Piz Linard oder Fuorcla Champatsch - die Auswahl ist gross...

Eine unserer Lieblingswege ist das Val S-Charl / Clemgia rauf zum God da Tamangur - dem höchstgelegenen Arvenwald Europas ( ø 2300 m ) und Alp Astras ( 2139 m) welches ohne Velo mindestens den ganzen Tag benötigt.Nun sind wir auf die tolle Möglichkeit gestossen, bei Jon Sport die neueste Generation von E-Bikes ( BMC ) mieten zu können und  haben uns vorgenommen diese Strecke - die sonst zum Teil mit Auto oder Postbus abgekürzt wird - ( bis S-Charl z.B.) komplett mit dem Bike zu machen. Anfangs waren wir zunächst noch etwas skeptisch, da es sich um eine Strecke ca. 2 x 20 Km und 2 x 1.000 hM handelt - und bei unserem Konditionsstand schon Respekt einflösst - aber wozu gibt es diese tollen E-Bikes ? Nun denn - so starten wir ca. 10:00 ab Jon Sport in Scuol - nach einer kurzen und super Einführung durch die Experten vor Ort - und es kann schon losgehen..... Das beeindruckende Erlebnis hat mich dazu veranlasst, es hier festzuhalten und hoffe somit, das es Interessierte zum Nachahmen anregt - viel Spass !

E Bike Tes01

Erstmal geht es ein kurzes Stück angenehm Bergab in Scuol zur Innsohle ( 1.200 m ), von dort steil Bergauf mit voller Unterstützung ( boost ) und herrlichem Sonnenschein Richtung San Jon ( 1.461 m )

E Bike Tes03E Bike Tes05

 ...und biegen nach den ersten 250 Höhenmetern und ca. 30 Minuten Fahrzeit ( dank boost unter 120er Herzschlag ;-) sehr entspannt bei San Jon zu einer kleinen Kaffeepause ein ...

E Bike Tes10

E Bike Tes09 Dort erwartet uns zufällig der wunderbare Anblick der Pferde von San Jon, bei einem Wechsel auf eine andere Weide und beim feinen Kaffee ein lieber Hunde-Kumpel, der sich freut gestreichelt zu werden...

E Bike Tes11

 

 

 

 

...die Carbon-E-Rösser scharren schon ungeduldig vor dem Stall damit es weitergeht - so soll es sein: "HÜH Lotte"- Jippie - nach einer Viertelstunde geht es vergnügt weiter in die Clemgia, Richtung S-Charl :

E Bike Tes12E Bike Tes14E Bike Tes15Auf der Strecke gibt es einen kleinen Tunnel-Unterbruch mit einer Gallerie-Abkürzung für Velo-Fahrer und Wanderer, die Ansatzweise an das Val d´uina errinern - Doro ist ganz froh das es nur daran errinnert -)E Bike Tes16

Es geht weiter mit Blick auf das sich weitende Tal - Mot Travue und Schotterpisten, die mit den breiten Reifen der BMC-Velosein Vergnügen zu fahren sind - nach dem steileren Stück nach San Jon können wir hier Problemlos im Eco oder Trailmodus fahren, was Energie spart für die späteren steileren Passagen zwischen S-Charl und Alp Astras...

E Bike Tes18

Etwa 45 Minuten nach San Jon erreichen wie S-Charl mit dem Schmelzera Museum und dem ganz neu erstellten Kalkofen, so wie das Gasthaus Mayor zum einkehren - oder auch nur einer kurzen Rast am Brunnen - ein beliebter halt auch bei Velo-Kollegen um einen kurzen Schwatz einzulegen bevor es ( für uns ) auf das letzte Teilstück geht, richtung Alp Astras...

E Bike Tes19E Bike Tes20

Wir haben uns ein wenig festgequatsch ;-) , deshalb geht es erst nach etwa 45. Minuten weiter die letzten 330 Höhenmeter....

E Bike Tes21E Bike Tes22

Eine wunderbare Fahrt rund 45 Minuten dauernd an der Clemgia entlang fahren sich die letzten 7 Km durch Wiesen und den lichten Wald wie im Velo-Himmel - auf den letzten Metern vor Alp Astras lichtet sich der Himmel und alle Wolken verschwinden um uns einen strahlend blauen Mittag auf fast 2.200 Metern zu bescheren - ein Traum !

AstrasPano

 Im Juni hat die Alp noch nicht geöffnet, aber Tische und Bänke laden zu einem Picknik ein.

AlpAstrasTamangur2

 - Eine abschliessende kleine Wanderung in den Tamangur - Wald schliesst unsere Tour über 2.000 Meter ab und nehmen noch ein kurzes abkühlendes Fussbad in der Clemgia, bevor es auf den Rückweg Bergab geht.

Es ist gut das wir so spontan und rasch wieder aufbrechen können, denn der Himmel zieht sich etwas zu und es sieht nach Regen aus - doch mit den Bikes sind wir schneller in Scuol als mit jeder anderen Möglichkeit.

AbkuehlunginClemgiaE Bike Tes29

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nun zeigen sich wieder die besonderen Austattungen der BMC Velos von Ihrer besten Seite: Die hydraulische Sitzöhenverstellung, welche man während der Fahrt vornehmen kann, ermöglichen eine ideale Sitzposition bei der Talfahrt, die Bremsen laufen auchbei zügiger Abfahrt nicht heiss und haben ein weiches und sicheres handling.Die breiten Offroadreifen vermitteln nicht nur ein komfortables Roll- und Lenkgefühl, sie fahren sich auch sicher und kontrollierbar in weichem Kies wie er in S-Charl verlegt ist.

 

E Bike Tes31

Bevor es ungemütlich wird, geht es zügig den Berg hinunter - am Eingang zum Nationalpark und Val Mingêr vorbei....

E Bike Tes34

 in Richtung Scuol - mit einmaligen Blick auf Motta Naluns und die Silvrettagruppe...

E Bike Tes35

sind wir zügig die 1.000 Höhenmeter wieder am Inn, wo es jetz wieder angenehm warm ist, nachdem es sich über 2.200 Metern schnell abgekühlt hat.

E Bike Tes37

Angenehm erschöpft geben wir die BMC Bikes bei Jon Sport wieder ab und erholen uns noch Abschliessend im Bogn Engiadina in der Sauna - was für ein paradiesischer Tag !

Fazit:

Unfassbar - wir sind die etwa 2.000 Höhenmeter mit einer Gesamtstrecke von etwas mehr als 40 Km als ungeübte Biker - mit Pausen - in weniger als 4 Stunden gefahren ! Hätte das mir jemand vorher erzählt, ich hätte es nicht glauben können: mit meinen fast 100 Kg Lebendgewicht bin ich die ganze Strecke kaum über einen Puls von 125 gekommen ( ich bin fast 55 )und hatte aber einen nahezu konstanten Puls innerhalb der Fettverbrennungszone - und kann mir so heute Abend ruhig eine Pizza gönnen :-)- Ausserdem hatten wir so viel Zeit für eine zusätzliche kleine Wanderungauf Tamangur und das eine oder andere nette Gespräch mit Wanderern und Velofahrern. Wir konnten die Landschaft geniessen und dem aufziehenden schlechten Wetter zügigentkommen - also alles in allem : Nicht lang warten hier: Modell- und Preisübersicht - das geeignete Bike raussuchen und Termin machen !Auf das es Euch auch so fantastisch gehen möge ! - Für uns war die Fahrt sicher der Beginn einer neuen Leidenschaft - wunderbar !

 

©Til Adrian Zwanzig 2018